{"id":101,"date":"2025-06-10T16:00:14","date_gmt":"2025-06-10T14:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/news.juvenics.de\/?p=101"},"modified":"2025-06-10T16:00:14","modified_gmt":"2025-06-10T14:00:14","slug":"die-seele-die-vom-ziel-ihrer-entwicklung-weiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.juvenics.de\/?p=101","title":{"rendered":"Die Seele, die vom Ziel ihrer Entwicklung wei\u00df"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Dass die Seele nicht nur f\u00fchlen, sondern auch denken kann, diese Erfahrung machen wir mit ungef\u00e4hr 28. Zu etwa derselben Zeit besinnt sich der Mensch darauf, seinen Verstand zu nutzen. An den Verstand geht dabei auch die Verantwortung f\u00fcrs Gef\u00fchl. Mit dem Wahrheitsgef\u00fchl begleitet die Seele das Denken ab circa dem 35. Lebensjahr. Es ist die Zeit f\u00fcr das Gef\u00fchl zur Bewahrheitung des Denkens.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im 28. Lebensjahr beginnt das Licht des Denkens allm\u00e4hlich die Gef\u00fchle zu durchstr\u00f6men. Im Idealfall leitet das Denken fortan das Gef\u00fchl. Zuvor, etwa mit 23 oder 24 Jahren, bestand noch Unklarheit, was es mit der Seele \u00fcberhaupt auf sich hat. W\u00fcrde man sie jemals innerlich zu fassen bekommen? Und was, au\u00dfer diesem Seelischen, haben wir, um die Kontrolle \u00fcber uns zu haben? Man \u00fcbt sich in diesem Alter im Hinschauen, um sogleich f\u00fcr oder gegen etwas zu sein, man verstr\u00f6mt Sympathien, Antipathien oder aber man h\u00e4lt sich vornehm zur\u00fcck. Langsam schwant es einem, der Umgang mit diesen Kr\u00e4ften braucht F\u00fchrung, die von innen kommt. Wie aber soll das gehen ohne etwas, das uns dauerhaft begleitet?<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar lebt der Mensch inmitten dieser emotionalen Kr\u00e4fte schon ein paar Jahre zuvor, in der Jugend. Da drangen die Gef\u00fchle von innen nach au\u00dfen, nun aber mit 23 oder 24 ist es, als str\u00f6mten sie von au\u00dfen ins Innere. Dieser Strom aus Affekten, Leidenschaften und Trieben, die auf uns eindringen, bringen die Seele nicht hervor, helfen aber, sie zu formen. Empfinde deine Seele, lautet der stille Wahlspruch mit 23 oder 24 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem 28. Lebensjahr folgt der Wechsel hin zu dem, was man Verantwortungsseele nennen kann. Der Verstand \u00fcbernimmt Verantwortung f\u00fcr das Gef\u00fchl. Aber da ist noch etwas anderes neben dem Verstandeswunsch, sich n\u00fctzlich zu machen, zu lernen und anerkannt zu sein. Es ist das Ich, das allm\u00e4hlich seinen Platz in dem vom Denken geleiteten Gef\u00fchl einnimmt. Sobald das Ich erscheint, m\u00fcssen wir auch die Frage beantworten: Ist der Egoismus etwas f\u00fcr mich Bestimmendes, oder kann ich auf ihn verzichten? Der etwa 28-j\u00e4hrige Mensch hat die Wahl, seine Seelenkr\u00e4fte egoistisch einzusetzen oder aber mit dem eigenen Ich \u201ein sich einen immer st\u00e4rkeren und st\u00e4rkeren Mittelpunkt\u201c zu bilden.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Letzteres erm\u00f6glicht es, ein Gem\u00fct auszubilden. Denn der Standpunkt in der Mitte macht es m\u00f6glich, \u201edass wir die Eigenschaften unserer Seele von innen heraus l\u00e4utern und reinigen und verarbeiten, so dass wir Herr und Leiter und F\u00fchrer werden innerhalb unserer Willensimpulse, innerhalb unseres Gef\u00fchls- und Gedankenlebens.\u201c<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Aber will solch eine Macht nicht auch von der Seele ausgehen?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie menschliche Seele\u201c, sagt Rudolf Steiner, \u201eist in einer Entwicklung begriffen, deren Ende und Ziel sie nicht zu jeder Zeit absehen kann.\u201c<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Wird die Seele mit 28 nicht mit dem Licht des Denkens durchstr\u00f6mt, bleibt sie zun\u00e4chst f\u00fchrungslos. Tritt demgegen\u00fcber die Vormachtstellung des Denkens innerhalb der Seele in Erscheinung, dann wird allm\u00e4hlich in der Verstandes- und Gem\u00fctsseele das menschliche Ich sichtbar. Es tritt gewisserma\u00dfen in seine Rechte ein. Im Ergebnis sind wir mit circa 30 Jahren bei klarem Verstand und beherzigen, was uns im Beruf der Chef vorgibt. Das entsprechende Gef\u00fchl findet sich in dem Wort Verantwortungsgef\u00fchl. Es macht den Verstand zur Grundlage des Denkens. Es gibt dem Denken die R\u00fcckversicherung, zu wissen, wer Verstand hat und wer nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was passiert, wenn sich mit der Verstandes- und Gem\u00fctsseele nur wenig oder gar kein Verantwortungsgef\u00fchl ausbildet? Dann leidet der Verstand. Die Seele ist in diesem Fall nicht durchl\u00e4ssig genug f\u00fcr das Denken. Gem\u00fctsk\u00e4lte, Wankelm\u00fctigkeit, Gem\u00fctsarmut oder ideologische Verblendung sind die Folgen. Das Gem\u00fct findet ohne den Verstand nicht zu sich selbst. Das Ich erwirbt sich nicht die seelisch-geistige F\u00fchrerschaft. Im ung\u00fcnstigen Fall haben wir circa 20 Jahre sp\u00e4ter einen gem\u00fctsarmen 50-, 51- oder 52-j\u00e4hrigen Menschen vor uns. Er f\u00e4ngt die \u00e4u\u00dferen Eindr\u00fccke ein und transportiert sie in sein Inneres, ohne sie der strengen Kontrolle des Denkens zu unterziehen. Stattdessen bildet er sich ein, noch einmal 22 oder 23 zu sein. Die Seele bleibt im Fr\u00fchstadium des Verstandes stecken und kann nicht viel mehr, als gute oder schlechte Noten zu verteilen. In genereller Verantwortungslosigkeit versucht solch ein Armseliger, das Institutionelle in der Welt zu zerst\u00f6ren. Er f\u00fcrchtet sich davor, Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem regul\u00e4ren Weg f\u00fchrt uns die Seele etwa im 35. Lebensjahr zur Bewusstseinsseele.&nbsp; Sie gibt dem Denken das Wahrheitsgef\u00fchl. Was uns f\u00fchlen l\u00e4sst, was wahr ist oder wahr sein k\u00f6nnte, erm\u00f6glicht die \u201eBewahrheitung des Denkens.\u201c<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Den Anfang macht dabei die Steigerung der Denkkraft. Daraus resultiert ein Zuwachs an Bewusstheit, die wiederum dem Wissen von der Welt und von sich selbst zugutekommt. Im gleichen Atemzug wird ein Interesse am Unbekannten geweckt. Das f\u00fchrt zu einem Denken \u00fcber Welten, die au\u00dferhalb der sinnlichen Welt liegen, \u201edie zun\u00e4chst dem Menschen unbekannt sind, die der Mensch zun\u00e4chst nicht \u00fcberschauen kann?\u201c<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Der Wille, es zu \u00fcberschauen und das liebende Gef\u00fchl, sich dem Unbekannten anzun\u00e4hern, erm\u00f6glicht es, das Unbekannte zu denken. Bevor es gedacht werden kann, braucht es aber das liebende Umfassen des \u00dcbersinnlichen. Der Wille verwandelt sich zur Ergebenheit in das Unbekannte. Liebe und Ergebenheit aber vereinen sich zur Andacht. Insofern wei\u00df die Seele mit etwa 42 sehr wohl, was das Ziel ihrer Entwicklung ist, sie muss es nur erst dazu bringen, mithilfe des Ichs die Mission der Andacht zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> GA 58, Die Mission der Andacht, S. 112<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> GA 58, Die Mission der Andacht, S. 112<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> GA 58, Die Mission der Andacht, S. 110<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> GA 58, die Mission der Andacht, S. 117<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> GA 58, die Mission der Andacht, S. 117<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die Seele nicht nur f\u00fchlen, sondern auch denken kann, diese Erfahrung machen wir mit ungef\u00e4hr 28. 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